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Gut zu sein ist wichtig, aber noch wichtiger ist es, dass es Ihre Kunden wissen. Nach dieser einfachen Formel arbeitet die RAL-Gütegemeinschaft, die auch Handwerker nutzen können. Die Praxis zeigt, dass die Gütegemeinschaft mit wenig Mitteln viel Wirkung erreicht. Was sich hinter der RAL-Plakette verbirgt.
Da für viele Verbraucher die Qualität immer wichtiger wird, sind neutrale Gütezeichen ein neuer Weg, um Ihre Kompetenz als Handwerker zu zeigen.
Eines der wohl bekanntesten ist das RAL-Gütezeichen. Zurzeit gibt es über 160 dieser Gütezeichen, etwa im Baubereich, in der Land- und Ernährungswirtschaft, im Bereich Dienstleistungen, für Abbrucharbeiten, Agrarerzeugnisse aus deutschen Landen, den Holzhausbau, sachgemäße Wäschepflege, den Trockenbau und die Wärmedämmung von Fassaden. Besonders beliebt ist das Gütezeichen im Bausektor. Rund die Hälfte der derzeit eingetragenen Gütezeichen entfallen auf diesen Wirtschaftszweig.
Gütezeichen gelten als „Goldmedaille“ für Qualität
Um ein solches Prädikat tragen und vergeben zu dürfen, müssen sich mindestens 7 Unternehmen zu einer sogenannten RAL-Gütegemeinschaft zusammenschließen. Hinter der Abkürzung „RAL“ verbirgt sich das bereits 1925 gegründete „Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V.“.
Gütezeichen kennzeichnen Produkte und Dienstleistungen, die nach hohen festgelegten Qualitätskriterien hergestellt bzw. angeboten werden. RAL legt in einem Anerkennungsverfahren (siehe Kasten „Der Weg zum eigenen RAL-Gütezeichen“) gemeinsam mit Herstellern und Anbietern, Handel und Verbrauchern, Prüfinstituten und Behörden die Anforderungen für die jeweiligen Gütezeichen fest.
Gesicherter Qualitätsanspruch durch neutrale Prüfung
Gütezeichen basieren auf produkt- und leistungsspezifischen individuellen Qualitätskriterien, die alle wichtigen und sinnvollen Anforderungen an die besondere Qualität erfüllen. Sie werden durch RAL festgelegt, veröffentlicht und überprüft.
RAL-Gütezeichen gelten als besonderes Qualitätsmerkmal. Unabhängige Untersuchungen haben gezeigt, dass der Verbraucher ein hohes Vertrauen in dieses Gütezeichen setzt und bei der Auswahl auf Anbieter mit dieser Auszeichnung achtet und diese gezielt auswählt.
Tipp: Als Handwerker, vor allem im Bausektor, sollten Sie zunächst prüfen, ob Sie sich einer schon bestehenden Gütegemeinschaft anschließen können. Nur wenn Sie keine passende finden, ist ein eigenes Gütezeichen der richtige Weg.
2 Wege zum RAL-Gütezeichen
Um von dem RAL-Gütezeichen zu profitieren, haben Sie 2 Möglichkeiten: Sie können …
- sich einer der schon bestehenden 130 Gütegemeinschaften anschließen oder
- eine eigene Gütegemeinschaft, zusammen mit mindestens 6 weiteren Bewerbern, gründen.
Auf der Internetseite des RAL unter http://www.ral.de/de/ral_guete/verbraucher/index.php finden Sie eine Suchmaschine, mit der Sie online nach bestehenden Gütezeichen suchen können. Sie brauchen dazu nur ein beliebiges Stichwort einzugeben, z. B. den Namen eines Produkts oder einer Dienstleistung.
Um einer bestehenden Gütegemeinschaft beitreten zu können, müssen Sie mit einer Aufnahmegebühr zwischen 2.500 und 3.500 € rechnen. Diese Gebühr beinhaltet schon die Kosten der Prüfung vor Ort vor der Aufnahme in die Gütegemeinschaft. Als Mitglied der Gütegemeinschaft zahlen Sie eine Jahresgebühr zwischen 1.000 und 1.800 € sowie in manchen Gütegemeinschaften zusätzlich noch eine Gebühr pro Mitarbeiter.
Auch das eigene Gütezeichen ist möglich
Kalkulieren Sie für die Gründung einer eigenen Gütegemeinschaft – pro Mitglied der Gütegemeinschaft – mit einmaligen Kosten in Höhe von rund 5.450 €.
Zusätzlich müssen die Betriebe für weitere Kosten aufkommen, wie beispielsweise die Eintragung des Zeichens beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) und für die Registrierung des Vereins. Von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Veröffentlichung des Gütezeichens im Bundesanzeiger vergehen meist zwischen einem halben und einem dreiviertel Jahr.
| Der Weg zum eigenen RAL-Gütezeichen |
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1. Schritt: kostenfreies Informationsgespräch zum Verfahren kurze schriftliche Fixierung des Inhalts und des Umfangs der geplanten Güte - sicherung und Prüfung durch RAL (Geltungsbereich)
2. Schritt: Antragstellung und Bearbeitung Der Antragsteller unterzeichnet einen Gütezeichen-Antrag. Antragsgebühr: beträgt 850 €.
3. Schritt: Erarbeitung der Satzung RAL erarbeitet die Satzung (Vereinssatzung, Gütezeichensatzung und Durchführungsbestimmungen) als Entwurf für den Antragsteller. Gemeinsam werden dann die Verfahrensgrundlagen erarbeitet, inklusive der Überwachungsbestimmungen und eines Entwurfs des geplanten RAL-Gütezeichens.
4. Schritt: Gründung der Gütegemeinschaft Gründung der RAL-Gütegemeinschaft als eingetragener Verein durch den Antragsteller; Gründer und damit Mitglied des Vereins können natürliche und juristische Personen sein. Mindestens 7 Mitglieder müssen vorhanden sein (§ 56 Bürgerliches Gesetzbuch, BGB).
5. Schritt: RAL-Anerkennungsverfahren RAL führt ein Anerkennungsverfahren auf Basis des Satzungswerkes durch (Befragung betroffener Fach- und Verkehrskreise – z. B. Ministerien, Verbraucherverbände, Prüfanstalten, Industrie, Handwerk und Handel).
6. Schritt: Entscheidung durch RAL Auswertung der Stellungnahmen, Überarbeitung der Verfahrenunterlagen durch den Antragsteller, danach erkennt RAL das Satzungswerk, die RAL-Gütegemeinschaft und das RAL-Gütezeichen an. Bei Beendigung des RAL-Anerkennungsverfahrens fällt für die Gütegemeinschaft eine Pauschale von 2.800 € zzgl. 1.800 € Druckkostenvorschuss an (plus 7 % Umsatzsteuer).
7. Schritt: Veröffentlichung des Gütezeichens in der Gütezeichenliste RAL druckt und veröffentlicht die Gütesicherung. Kosten: nach Aufwand. Satzund Druckkosten trägt die Gütegemeinschaft. Der Satz- und Druckkostenvorschuss von 1.800 € wird angerechnet.
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Fazit: Ein RAL-Gütezeichen eignet sich auch für Handwerker als besonderes Qualitätsmerkmal gegenüber seinen Kunden. Ein Vorteil gegenüber anderen, oft von Herstellern oder Verbänden in Eigenregie herausgegebenen Gütezeichen: RAL ist als unabhängige Organisation bekannt und anerkannt.
Zudem ist ein Gütezeichen günstiger als ein Qualitätsmanagementsystem, verschafft Ihnen aber ebenfalls eine große Außenwirkung. Der Vorteil: Mit dem RALGütezeichen können sich auch kleine Betriebe einer eigenen Marke bedienen. Nur zum Vergleich: Für den Aufbau eines Qualitätsmanagementsystems (QM) in einem 15-Mann-Betrieb müssen Sie mit Kosten in Höhe von rund 15.000 € rechnen.
| Weitere Informationen |
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RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V. Siegburger Straße 39 53757 Sankt Augustin Telefon: 02241 1605-0 Fax: 02241 1605-11 E-Mail: RAL-Institut@RAL.de Internet: www.ral.de
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